Verstopfung

Verstopfung oder wir nennen es auch SOS (suboptimale Stuhlentleerung)

Die Kinder klagen mehrmals am Tag über Bauchweh, das dann nach erfolgreich weggedrücktem Stuhldrang wieder vorbei ist, manche haben nächtliches Bauchweh, oder auch kolikartiges Bauchweh mit Blässe und Schwitzen, im Akutfall erinnert es an eine Blinddarmentzündung, aber der Druckschmerz liegt eindeutig links.

Auf Nachfrage, wie oft denn Stuhlgang entleert wird, höre ich in der Regel schon täglich, aber die Menge und die Dauer des Vorgangs sind dann doch auffällig.

Gewissheit bringt dann immer mal der Ultraschall, in dem dann beweisend auf die doch beträchtlich gesammelten Stuhlknödel hingewiesen werden kann.

Wann sprechen wir von SOS:

Wenn 2 der folgenden Kriterien erfüllt sind:

weniger als 3 Stuhlentleerungen/Wo

mehr als eine Episode/Wo mit Stuhlschmieren in der Unterhose

Stuhlmassen im linken Unterbauch tastbar (der in der Ultraschalluntersuchung nachweisbar ist)

Rückhaltemanöver, schmerzhafter oder harter Stuhlgang ( z.T. auch frische Blutspuren als Zeichen einer Verletzung bei Entleerung)


Gründe:

Einführung der Beikost (Veränderung der Stuhlkonsistenz)

zu viel Milchkonsum (Casein= ein Milcheiweiß hat Morphinrezeptorwirkung und macht eine Darmträgheit)

zu wenig Bewegung, Vermeiden von Stuhlentleerung mit Rückhaltemanövern (nach schmerzhafter Entleerung)

zu wenig Zeit im Alltag für den Toilettengang

Alles führt letztlich zu einem Aufstau der Stuhlmassen und zu einer Überdehnung der Muskulatur im Enddarm. Dann kann das Kind trotz hoher Anstrengung beim Drücken nicht entleeren und flüssiger Stuhlgang kann unkontrolliert austreten (stinkender Überlaufstuhl)!!


Was Tun?

Die Stuhlentleerung muss wieder antrainiert werden:

Stuhltraining ( ab 4. Jahre mgl.): nach jeder Hauptmahlzeit Toilettengang (Kindergartenkinder 5 min-Sitzung, Schulkinder 10 min-Sitzung), Stuhlprotokoll, Verstärkungs- und Belohnungssystem, Besprechen des Stuhlprotokolls


Der Stau/Stuhlpfropfen muss raus :

Dies gelingt über abführende Maßnahmen (besser mit einzunehmenden Substanzen als einzuführenden Klistieren)

Der Stuhlgang muss dann so weich sein, dass das Kind ohne große Mühe Stuhlgang entleeren kann.


Wie lange dauert eine Therapie:

mind. so lange wie die Symptomatik sich entwickelt hat (das können Wochen bis Monate, in einzelnen Fällen auch Jahre sein)

Ziel: 5x/Wo Stuhlgang , keine Rückhaltemanöver

Welche Medikamente in welcher Dosierung Macrogol ( entweder Movicol oder Kinderlax)

Stauauflösung: 3-6 Tage 1-1,5 mg / kg KG

Erhaltungstherapie 0,4g/ kg KG als Start, dann Dosisanpassung je nach Erreichen des Ziels!!

Nie voreilig und auf eigene Faust absetzten

Hilfreiche Internetseite und Video: www.gpge.de „ The Poo in You“

Eine weitere Diagnostik, wie z. B: Blutuntersuchung ist dann nötig wenn nach 3-4 Monaten durchgeführter Therapie keine Besserung eintritt

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